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Wenn Dominanz wie ein Messer schneidet

  • Autorenbild: Tanja Alexa Holzer
    Tanja Alexa Holzer
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 8 Stunden

Warum HSP Durchsetzungsstärke oder Dominanz oft als Aggression erleben und wie sie dennoch mehr innere Sicherheit gewinnen können.


Ein Fleischermesser, das energetische Lichtspuren zieht, als Symbol für die Gewalt, die hochsensible Menschen bei aggressiver oder lautstarker Meinungsäußerung empfinden können, Blogartikel Wortfeger Atelier
Energische Vertretung eines Standpunktes kann sich für Hochsensible wie Gewalt anfühlen.

Haben Sie sich schon einmal in einem Gespräch wiedergefunden, in dem Ihr Gegenüber lediglich einen Standpunkt klären wollte, Sie sich aber innerlich wie unter Beschuss fühlten? Oder kennen Sie das Gefühl, dass Ihre eigene Stimme Ihnen »zu laut« vorkommt, sobald Sie für Ihre Bedürfnisse einstehen?

Für hochsensible Personen (HSP) ist die Grenze zwischen einem lebhaften Austausch und einem energetischen Übergriff oft hauchdünn. Das liegt nicht an einer mangelnden Belastbarkeit, sondern an der Art und Weise, wie unser Nervensystem Reize verarbeitet.

 


Das offene Visier: Wenn das Nervensystem alles ungefiltert aufnimmt


Als HSP nehmen wir die Welt mit »offenen Filtern« wahr. Während andere lediglich die Worte hören, registriert unser System die gesamte energetische Sendekraft des Gegenübers. Eine feste Stimme, eine raumeinnehmende Gestik oder ein »schneidender« Tonfall können auf unser Nervensystem wie ein zu laut eingestelltes Radio wirken. Es dröhnt, es schmerzt und fühlt sich manchmal wie ein gewaltsamer Einbruch in den eigenen Schutzraum an.

Hier spielt die sogenannte Neuro-Rezeption eine entscheidende Rolle. Dieser Begriff aus der Polyvagal-Theorie beschreibt, wie unser Nervensystem unterbewusst die Umgebung scannt: Ist es hier sicher oder gefährlich? Bei HSP schlägt dieser interne Detektor bei Dominanz oder lautem Auftreten oft sofort auf »Gefahr« aus. Selbst dann, wenn die Absicht des anderen rein sachlich ist.

 


Der feine Unterschied: Aggression vs. Agge


Ein Schlüssel zu mehr Gelassenheit liegt im Verständnis der Begriffe. Wir assoziieren das Wort »Aggression« heute fast ausschließlich mit Destruktivität und Verletzung. Doch blicken wir auf den Ursprung, zeigt sich ein anderes Bild:


  • Aggression: Im heutigen Sprachgebrauch die Absicht, zu schaden oder zu verletzen.

  • Agge (lateinisch: aggredere): Dies bedeutet ursprünglich schlichtweg »herangehen«, »etwas angehen« oder »einen Schritt auf etwas zu machen«.


Viele Menschen, die wir als »durchsetzungsstark« erleben, nutzen lediglich diese ursprüngliche Form der Agge. Sie haben eine hohe Tatkraft und gehen Themen direkt an. Für eine HSP, die Harmonie als Sicherheitsanker nutzt, fühlt sich dieses »Herangehen« jedoch oft wie ein Angriff an. Wir verwechseln (natürlich nicht immer!) die reine Präsenz und Vitalität des anderen mit einer feindseligen Absicht. (Manchmal haben wir damit auch recht.)

 


Die Angst vor der eigenen Kraft


Dieses Missverständnis führt oft dazu, dass HSP sich selbst als aggressiv empfinden, wenn sie laut und deutlich artikulieren oder »mit den Händen reden«. Da wir Disharmonie meiden, fühlt sich unsere eigene gesunde Abgrenzung für uns selbst manchmal »gewalttätig« an.

Doch wir dürfen lernen: Klarheit ist nicht gleich Aggression.


Wenn Sie das nächste Mal spüren, wie Sie innerlich zurückweichen, fragen Sie sich kurz:


Ist das eine Verletzungsabsicht meines Gegenübers oder spüre ich gerade nur dessen starke Sendekraft? 


Und wenn Sie selbst deutlich werden: Vertrauen Sie darauf, dass Ihre Klarheit für andere meist einfach nur als gesunde Orientierung wahrgenommen wird. Auch wenn es sich in Ihrem Körper erst einmal nach »zu viel« anfühlt.

 


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Ein Ausblick


In einem der nächsten Artikel werden wir uns die Neuro-Rezeption noch einmal ganz genau ansehen. Wir schauen uns an, wie unser Körper entscheidet, ob ein Gesprächspartner »sicher« ist, und wie wir unser System sanft regulieren können.

 

Sonnige Grüße

Tanja alias Wortfeger



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