Warnsignale für Überreizung erkennen
- Tanja Alexa Holzer

- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Wenn das hochsensible System überhitzt: Lesen Sie von den Warnsignalen und Symptomen eines HSP-Nervensystems, zusammengetragen aus meiner eigenen Erfahrung.

Hochsensible Menschen nehmen die Welt intensiver, detaillierter und ungefilterter wahr. Was einerseits eine große Gabe ist, führt andererseits dazu, dass das Nervensystem schneller an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Doch wie erkennen Sie rechtzeitig, dass Sie Ihre eigenen Grenzen missachten?
Oft kündigt sich eine Überreizung leise an, bevor der Körper mit lauten Symptomen die Notbremse zieht. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche physischen und psychischen Warnsignale Sie ernst nehmen sollten.
Die leisen Anzeichen: Wenn das Fass zu voll wird
Bevor es zum Zusammenbruch kommt, sendet Ihre Psyche feine Signale. Diese werden im hektischen Alltag oft ignoriert oder mit Disziplin überspielt.
Innere Unruhe und Getriebensein: Sie fühlen sich, als stünden Sie konstant unter Strom, ohne genau benennen zu können, warum.
Schwierigkeiten bei der Entspannung: Selbst in Ruhephasen findet Ihr Geist keine Ruhe. Das Gedankenkarussell dreht sich unaufhörlich weiter.
Emotionale Dünnhäutigkeit: Sie reagieren gereizt auf Kleinigkeiten oder fühlen sich durch die Emotionen Ihrer Mitmenschen unverhältnismäßig belastet.
Der Wunsch nach »Dämpfung«: Ein deutliches Warnsignal ist das Bedürfnis, die Reizflut künstlich zu regulieren. Sei es durch vermehrtes Essen, Medienkonsum oder Suchtmittel wie Alkohol, um das System »herunterzufahren«.
Entscheidungsschwäche: Wenn selbst die Wahl des Abendessens zur Qual wird, ist das ein Zeichen für kognitive Überlastung.
Die lauten Anzeichen: Wenn der Körper die Notbremse zieht
Wenn die leisen Signale ignoriert werden, übernimmt der Körper die Regie. Das vegetative Nervensystem schaltet in den Überlebensmodus (Fight, Flight or Freeze; also Flucht, Kampf oder Starre).
1. Herz und Kreislauf
Ein erhöhter Puls, plötzliches Herzrasen oder spürbares Herzstolpern sind klassische Zeichen einer Stressreaktion. Ihr Körper befindet sich in einer unkontrollierbaren Alarmbereitschaft und scannt die Umgebung permanent nach weiteren Reizen ab.
2. Schlafstörungen
Haben Sie einen »stakkatoartigen« Schlaf? Hochsensible berichten in Phasen der Überreizung oft von einem sehr oberflächlichen Schlaf mit häufigem Erwachen. Das Gehirn versucht, die Reize des Tages während der Nacht zu verarbeiten, findet aber nicht in die erholsamen Tiefschlafphasen.
3. Psychosomatische Reaktionen
Kopfschmerz und Verspannungen: Chronische Kopfschmerzen oder Migräne sind häufige Begleiter. Auch Zähnepressen (Bruxismus) und Nackenverspannungen deuten auf einen hohen inneren Druck hin.
Sensible Verdauung: Da Darm und Gehirn eng miteinander kommunizieren, reagiert die Verdauung oft unmittelbar auf Stress.
Zunahme von Allergien: Eine dauerhafte Überreizung kann das Immunsystem schwächen und Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber Lebensmitteln hervorrufen oder verstärken.
4. Die Erschöpfungsfalle
Hält der Zustand der Überreizung zu lange an, drohen depressive Erschöpfungszustände. Man fühlt sich ausgebrannt, leer und emotional taub. Dies ist das letzte Signal des Systems, dass eine radikale Pause und eine Neuausrichtung der eigenen Grenzen notwendig sind.
Fazit: Selbstfürsorge beginnt beim Hinhören
Hochsensibilität erfordert ein aktives Energiemanagement. Die Missachtung der eigenen Grenzen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern oft die Folge eines sehr gewissenhaften Charakters, der die Welt um sich herum intensiv wahrnimmt.
Meine Bitte an Sie: Beginnen Sie damit, Ihre leisen Anzeichen zu dokumentieren. Wenn Sie lernen, diese frühzeitig zu deuten, können Sie gegensteuern, bevor Ihr Körper die lauten Register ziehen muss. Falls diese Bitte Sie noch nicht berührt, habe ich sie in diesem Blogartikel persönlicher und eindringlicher formuliert:
Sonnige Grüße
Tanja alias Wortfeger
Selbstreflexion, Tipps & Inspiration für hochsensible und/oder introvertierte Menschen:



