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Ein Brief an Ihre HSP-Seele

Warum sind hochsensible Menschen hervorragende Rodeoreiter und Peitschenschwinger? Für Neurodiverse sind bedürfnisorientierte Kraftquellen kein Luxus. Persönliche Worte aus meiner Erfahrung.


Ein Brett mit Kleiderhacken an der Wand, daran hängen ein Cowboy-Hut, zwei Peitschen und eine Lederjacke, Blogartikel über die Überforderungen bei Hochsensibilität
Hochsensible Personen sind meisterhafte Rodeoreiter und Peitschenschwinger, mit dem Wunsch, sich in einer neurotypischen Umgebung einzufügen.


Liebe Leserin, lieber Leser,

ich schreibe Ihnen diesen Brief heute aus der Tiefe meines Herzens. Und aus der Erfahrung eines Weges, der mich oft an meine Grenzen geführt hat. Vielleicht lesen Sie diese Zeilen gerade in einem Moment, in dem Ihr System bereits auf Hochtouren läuft. Vielleicht spüren Sie dieses leise (oder schon sehr laute) Ziehen im Körper, das Ihnen sagen will: »Es ist zu viel.«

Ich weiß, wie groß das Bedürfnis ist, »mitzuhalten«, die Erwartungen anderer zu erfüllen und sich durch Situationen zu peitschen, die sich eigentlich längst nicht mehr gut anfühlen. Wir Hochsensiblen neigen dazu, unsere eigenen Warnsignale zu überhören, weil wir gelernt haben, dass Anpassung vermeintlich Sicherheit bedeutet. Und Sicherheit ist für ein sensibles Nervensystem außerordentlich wichtig. Aber nicht um jeden Preis!

Am 8. April 2026 folgt der Blogbeitrag »Wenn das System überhitzt – Warnsignale für Überreizung erkennen« mit leichten und schweren Symptomen, die Menschen mit Hochsensibilität ernstnehmen sollten.

 


Der Preis des Überhörens


Lassen Sie mich offen zu Ihnen sein: Ich habe in meinem Leben praktisch jedes »Fettnäpfchen« mitgenommen, das für uns HSP bereitsteht. Ich habe geglaubt, ich müsse nur fest genug die Zähne zusammenbeißen, und noch geschickter auf der Welle der Anforderungen reiten, dann würde es schon gehen. Doch der Körper führt Buch (und das brutal genau!). Er vergisst nicht, wenn wir ihn ignorieren.

Ich sage das so deutlich, weil ich heute weiß: Eines Tages kracht alles zusammen. Die Rodeoreiterin wird gnadenlos abgeworfen. Man kann den Körper eine Weile überlisten, man kann die Seele zeitweise (sogar über Jahrzehnte) ignorieren, aber sie holen sich beide ihr Recht zurück. Oft mit einer Wucht, die uns gnadenlos zu Boden wirft. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich viele Entscheidungen anders treffen. Ich würde nicht mehr versuchen, die Erwartungen einer Welt zu erfüllen, die nicht für meine feinen Antennen gemacht ist. Ich würde auf mein inneres Flüstern hören, bevor es zum Schrei wird.

Denn wenn das System erst einmal kollabiert ist, misst man die Erholung nicht mehr in Tagen oder Wochen, sondern im schlimmsten Fall in Jahren. Ich zahle heute einen hohen Preis für mein jahrzehntelanges Übergehen. Bitte, ersparen Sie sich diesen Weg.

 


Kraftquellen sind Ihr Fundament, nicht Ihre Belohnung


Ich möchte Ihnen heute ans Herz legen: Bitte nehmen Sie Ihre Kraftquellen ernst. Sie sind kein »Nice-to-have«, das man sich gönnt, wenn zufällig noch Zeit am Ende des Tages übrig ist. Sie sind das Fundament, auf dem Ihr Leben steht.

Steigen Sie frühzeitig vom Pferd, nehmen Sie es eine Weile an den Zügeln oder schicken Sie es auf die Koppel, damit Sie in Ruhe neue Kräfte sammeln.


  • Hören Sie auf Ihren Körper: Er ist Ihr feinster Kompass. Wenn er »Stopp« sagt, meint er Stopp – nicht »in zwei Stunden vielleicht«.


  • Schützen Sie Ihre Ruheinseln: Ob es die Stille am Morgen ist, der Waldspaziergang oder das kreative Schaffen. Verteidigen Sie diese Zeiten, als hinge Ihre Gesundheit davon ab. Denn das tut sie.


  • Hören Sie auf zu peitschen: Sanftheit mit sich selbst ist die größte Form von Mut in einer lauten Welt. Selbstfürsorge ist für HSP kein Luxus und keine Modeerscheinung, sondern Pflicht. Um MeisterIn des Peitschenschwingens zu sein, braucht es keine weiteren Personen. Hochsensible peitschen sich selbst und das oft ohne äußeren Antrieb, still und allzu oft unbemerkt von unseren Nächsten.

 


Das ist keine Anklage


Dieser Brief ist keine Anklage an die Menschen in meinem Leben, weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart. Diesen Schuh ziehe ich mir selbst an: Meine klare Kommunikation fehlte oft. Das Bild der starken, belastbaren und stets geselligen Tanja war eine Rolle, die ich selbst zu perfekt ausgefüllt habe. Über Jahrzehnte habe ich meine Hochsensibilität verschwiegen, weil ich sie als Schwäche missverstand. Heute weiß ich, welche Gewalt ich meinem System damit antat. Und ich weiß auch: Richtig kanalisiert, ist diese Sensibilität meine größte Superkraft.



Gemeinsam achtsamer werden


Ich möchte nicht, dass Sie denselben Preis zahlen müssen wie ich. Deshalb habe ich für Sie verschiedene Inspirationen gesammelt, wie Sie Ihren Alltag nähren können. Nutzen Sie diese Ressourcen nicht als weitere To-do-Liste, sondern als Erlaubnis, wieder bei sich anzukommen:




Und wenn Sie eine Struktur suchen, um Ihre Sensibilität nicht nur zu verwalten, sondern wirklich zu verstehen und liebevoll zu begleiten, lege ich Ihnen meine digitalen HSP-Journale »Leise Leuchtwege« ans Herz. Sie bieten einen sicheren Ort für Ihre Gedanken und sind ein täglicher Ankerpunkt zurück zu Ihrer eigenen Kraft.


Bitte passen Sie auf sich auf. Nicht erst morgen, nicht erst nach dem nächsten Projekt. Sondern jetzt.


Sonnige Grüße

Tanja alias Wortfeger


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