Fühlen Sie mehr als andere? Eine Einführung in die Welt der Hochsensibilität
- Tanja Alexa Holzer

- 25. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Jan.
Was ist Hochsensibilität? Woran erkenne ich, dass ich vielleicht hochsensibel bin? Viele Fragen, einige Antworten.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie nach einem langen Arbeitstag in einem Großraumbüro völlig erschöpft sind, während Ihre Kollegen noch motiviert zum After-Work-Event aufbrechen? Oder warum Sie die Stimmung im Raum sofort spüren, noch bevor das erste Wort gesprochen wurde?
Vielleicht tragen Sie schon länger die vage Ahnung in sich, dass Sie »anders ticken«. Dass Sie Geräusche, Gerüche oder auch die Emotionen Ihrer Mitmenschen intensiver wahrnehmen und schlichtweg »weniger vertragen«.
Was bedeutet es, hochsensibel zu sein?
Hochsensibilität ist keine Krankheit und auch keine psychische Störung. Es ist ein Temperamentsmerkmal, das etwa 15 bis 20 % der Bevölkerung betrifft. Im wissenschaftlichen Kontext spricht man heute oft von Neurodiversität. Das bedeutet: Ihr Gehirn verarbeitet Informationen anders als der Durchschnitt. Als neurodivergent wahrnehmende Person nehmen Sie Reize ungefilterter auf.
Stellen Sie sich Ihr Nervensystem wie eine Antenne vor. Während die Antennen der meisten Menschen nur die Hauptsender empfangen, fängt Ihre Antenne auch das leise Rauschen im Hintergrund, die feinen Nuancen in der Stimme Ihres Gegenübers und die flackernde Neonröhre am Ende des Flurs ein.
Ein Spektrum mit vielen Gesichtern
Wichtig zu verstehen ist: Hochsensibilität ist kein »Alles-oder-nichts-Zustand«. Vielmehr handelt es sich um ein breites Spektrum. Nicht jede hochsensible Person (HSP) nimmt die Welt auf die gleiche Weise wahr. Während die eine Person besonders stark auf akustische Reize reagiert, ist eine andere vielleicht emotional extrem empfänglich, empfindet körperliche Reize wie helles Licht aber als weniger störend.
In diesem Zusammenhang gibt es oft auch interessante Überschneidungen mit anderen Formen der Wahrnehmung:
Introversion: Viele Hochsensible sind introvertiert und benötigen nach sozialen Kontakten Ruhe, um ihre Batterien aufzuladen. Es gibt jedoch auch extrovertierte HSP, die den Trubel lieben, aber dennoch schneller an ihre neurologischen Grenzen stoßen.
Autismus-Spektrum: Auch hier zeigen sich im Rahmen der Neurodiversität oft Parallelen. Sowohl hochsensible als auch autistische Menschen berichten häufig von einer Reizüberflutung und einer sehr detailreichen Wahrnehmung. Das Erleben der »lauten, hyperaktiven und intensiven Welt« ist für beide oft ähnlich intensiv.

Der Moment, in dem alles Sinn ergibt
Die Erkenntnis, hochsensibel zu sein, kann ein lebensverändernder Wendepunkt sein. Plötzlich verwandelt sich das Gefühl, »falsch« oder »zu empfindlich« zu sein, in ein tiefes Verständnis für die eigene Natur. Nach dieser Erkenntnis können Entscheidungen anders getroffen und Lebenssituationen bewusst nach den eigenen Bedürfnissen gestaltet werden.
Für mich persönlich begann diese Erkenntnisreise in meinem 26. Lebensjahr mit einer ganz besonderen Lektüre, die ich Ihnen von Herzen als Einstieg empfehlen möchte:
Buchtipp: »Zart besaitet« von Georg Parlow
Dieses Buch war für mich der Schlüssel. Parlow beschreibt darin fundiert und einfühlsam, was es bedeutet, als hochsensible Person in einer Welt zu leben, die oft auf Lautstärke und Schnelligkeit ausgelegt ist. Für mich waren unendlich viele Aha-Erlebnisse dabei. (Link zum Buch am Ende des Blogartikels)
HSP-Test: Machen Sie den ersten Schritt
Wenn Sie sich in diesen Zeilen wiedererkennen, ist der nächste Schritt oft die Suche nach Klarheit. Ein fundierter Selbsttest kann Ihnen erste wichtige Anhaltspunkte geben.
Den passenden Test zum Buch von Georg Parlow finden Sie hier:
Fazit: Ihre Sensibilität ist eine Stärke
Hochsensibilität zu verstehen, bedeutet mit erster Priorität eines: Selbstakzeptanz. Es geht nicht darum, sich »abzuhärten«, sondern das eigene Leben so zu gestalten, dass Ihre feinen Antennen ein wertvolles Werkzeug und keine Belastung mehr sind.
Willkommen in einer Welt voller Nuancen und Tiefe!
Sonnige Grüße
Tanja alias Wortfeger
Hinweis: Selbstverständlich ersetzt der HSP-Test keine fachliche Diagnose. Oft bestätigt sein Ergebnis jedoch ein Gefühl, das Hochsensible bereits ihr ganzes Leben in sich tragen. Und das genügt den meisten.
In meinem Atelier finden Sie zahlreiche Blogartikel und digitale Journale zu HSP-Themen, um Ihren Alltag zu erleichtern.
Buchtipp ansehen: Wenn Sie den Button anklicken und das Buch bei Amazon.de bestellen, wird mir eine kleine Empfehlungsprovision gutgeschrieben (Affiliate).
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.








