Den eigenen Atemraum finden
- Tanja Alexa Holzer

- 1. März
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Apr.
Eine Einladung zur sanften Selbstreflexion.

Haben Sie sich heute schon gefragt, wo Ihr persönlicher Atemraum beginnt?
In der Geschichte »Das Erwachen der Zeitrichterin« haben wir gesehen, dass Autonomie kein lauter Schrei sein muss. Sie ist oft ein leises, bewusstes Innehalten. Ein Raum, der nur Ihnen gehört: frei von Erwartungen, Leistungsdruck oder dem strengen Protokoll des Alltags.
Das Muskelgedächtnis der Seele nutzen
Oft funktionieren wir nur noch. Wir erledigen Aufgaben, beantworten Nachrichten und vergessen dabei, dass auch unsere Seele ein »Muskelgedächtnis« besitzt. Wenn wir uns erlauben, innezuhalten, erinnert sich unser System an den Zustand der Ruhe.
Reflexionsfrage: Wann haben Sie das letzte Mal gespürt, dass Sie ganz bei sich sind, ohne dass jemand eine Erwartung an Sie richtete?
Buchliebe als Ankerpunkt
Für viele von uns ist die Liebe zu Büchern weit mehr als ein Hobby. Ein Buch zu öffnen bedeutet, einen geschützten Raum zu betreten. Ob digital oder physisch, der Zauber des Entdeckens wirkt. Wenn Sie lesen, verlangsamt sich Ihr Puls. Sie treten ein in eine Zeitlupe, in der nur die Worte zählen. Das Lesen ist eine Form der geistigen Dehnung: Wir weiten unseren Horizont und geben unseren Gedanken den Platz, den sie benötigen, um sich zu entfalten.
Lesen ist also ein Atemraum für unseren Geist.
Praktische Impulse für Ihren Alltag
Wie schaffen Sie sich diesen Freiraum, besonders wenn der Frühling mit seiner neuen Energie anklopft?
Die morgendliche Dehnung: Bevor Sie zum Smartphone greifen, schenken Sie Ihrem Körper fünf Minuten Aufmerksamkeit. Spüren Sie die Grenzen Ihres Körpers und nehmen Sie sich den Platz, der Ihnen zusteht.
Lese-Inseln schaffen: Nutzen Sie ein Buch oder E-Book nicht nur zur Information, sondern als rituellen Anker für Ihre Hochsensibilität. Zehn Seiten oder zehn Minuten in Stille können das Nervensystem effektiver beruhigen als jede To-do-Liste.
Das eigene Journal schreiben: Verfassen Sie am Abend nicht nur eine Liste dessen, was Sie erledigt haben. Schreiben Sie auf, was Sie gefühlt haben. Das ist wahre Selbstreflexion. Ein Dankesjournal ist eine wunderbare Möglichkeit, sich auf die kleinen Wunder des Lebens zu fokussieren und zufriedener zu leben. In meinem Shop finden Sie aktuell 14 unterschiedliche, interaktive Dankesjournale mit täglich inspirierenden Bildern der Vulkanlandschaft.
Die Übung: Den inneren »Atemraum« weiten
Um die Lasten des Alltags abzustreifen und wieder ganz bei sich anzukommen, lade ich Sie zu einer kleinen, dreiminütigen Praxis ein. Sie benötigen dafür nichts weiter als einen Stuhl oder einen Platz, an dem Sie aufrecht sitzen oder stehen können.
Die Erdung: Schließen Sie die Augen. Stellen Sie sich vor, Ihre Füße schlagen kleine Wurzeln in den Boden. Sie sind sicher. Sie sind gehalten.
Das Öffnen des Buches: Stellen Sie sich vor, Ihr Brustkorb ist wie ein kostbares, altes Buch, das behutsam aufgeschlagen wird. Atmen Sie tief durch die Nase ein und spüren Sie die Dehnung zwischen Ihren Rippen. Das »Buch« öffnet sich, die Seiten weiten sich.
Die Zeitlupe des Ausatmens: Das, was in ihrem »Buch« geschrieben steht, darf sich jetzt magisch bereinigen. Lassen Sie den Atem nun ganz langsam durch den leicht geöffneten Mund ausströmen. Stellen Sie sich vor, wie mit der Luft auch alle fremden Erwartungen und das starre Protokoll des Tages aus Ihnen herausfließen. Alles wird weich.
Den Raum einnehmen: Halten Sie nach dem Ausatmen für einen winzigen Moment inne. Das ist Ihr leerer, unbeschriebener Atemraum. Genießen Sie die Stille, bevor der nächste Impuls kommt.
Das Muskelgedächtnis versiegeln: Wiederholen Sie dies drei- bis fünfmal. Ihr Körper speichert dieses Gefühl der Weite in seinem Muskelgedächtnis ab. Je öfter Sie diese kleine Übung machen, desto schneller findet Ihr System in stressigen Momenten dorthin zurück.
Rückkehr: Kommen Sie danach mit einem sanften Lächeln und vielleicht einem kleinen Augenzwinkern für sich selbst zurück ins Hier und Jetzt.
Betrachten Sie diesen Frühling nicht nur als Zeit des Aufbruchs, sondern als bewusste Rückkehr zu sich selbst. Gönnen Sie sich das Augenzwinkern gegenüber der Welt und erlauben Sie sich, einfach nur zu sein.
Sonnige Grüße
Tanja alias Wortfeger



