top of page

Warum sich Extrovertierte oft einsam fühlen

Aktualisiert: 5. Jan.

Was steckt hinter der Einsamkeit mitten unter Mitmenschen? Warum sind Extrovertierte für Einsamkeitsgefühle anfälliger als Introvertierte?


Blogbild: Rückenansicht einer edlen gekleideten Frau, die in eine Menschenmenge schaut, düstere Atmosphäre der Einsamkeit. Blog: einsame Extrovertierte - Wortfeger Atelier
Wie entsteht Einsamkeit mitten unter Mitmenschen?

Ich gebe zu: Lange Zeit konnte ich es nicht verstehen. Wie kann man sich einsam fühlen, mit Familie, Freunden und einem erfüllten Sozialleben?

Wie oft habe ich mit Unverständnis den Kopf geschüttelt. Als introvertierte und hochsensible Frau lebe ich eher zurückgezogen. Ich benötige viel Zeit für mich, für Stille, Kreativität und Innenschau. Alleinsein bedeutet für mich nicht Mangel, sondern Freiheit und Kraft.

Doch immer wieder lese ich auf Social Media von Frauen, die genau das Gegenteil erleben: Sie haben ein volles Leben – und fühlen sich trotzdem leer.

Das hat mich berührt und beschäftigt. Also begab ich mich auf die Suche, begann zu beobachten, zu lesen und zu reflektieren. Und langsam wurde mir klar: Einsamkeit hat nichts mit der Anzahl der Menschen um uns herum zu tun.


 

Einsamkeit ist kein Mangel an Menschen, sondern an Resonanz


Psychologisch betrachtet ist Einsamkeit ein subjektives Mangelgefühl.


Nicht: »Ich habe niemanden.«

Sondern: »Ich werde nicht wirklich gesehen, verstanden oder berührt.«


Man kann mitten in einer Familie leben, täglich mit unzähligen Menschen sprechen und sich dennoch innerlich getrennt fühlen.

Weil die Begegnungen an der Oberfläche bleiben.

Weil das Herz nicht mitschwingt.

Diese Form der Einsamkeit ist kein Zeichen von Schwäche.

Sie ist ein Hinweis darauf, dass die innere Resonanz verloren gegangen ist: zu anderen, aber vor allem zu sich selbst.

 


Der feine Unterschied zwischen Bedürfnis und Bedürftigkeit


Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Verbindung. Das ist gesund und menschlich.

Bedürftigkeit entsteht erst, wenn dieses Bedürfnis dauerhaft unerfüllt bleibt. Und das innere Loch größer wird.

Dann versuchen viele, diese Leere mit Kontakten, Aktivitäten oder sozialer Bestätigung zu füllen.

Doch das Außen kann den inneren Mangel nicht dauerhaft stillen.

Nur Selbstkontakt kann das. Kontakt mit dem eigenen tiefen Inneren.

Hilfreiche Reflexionsfragen:

  • Ist mein Wunsch nach Verbindung ein Bedürfnis, also optional, frei und leicht?

  • Oder fühlt er sich nach Bedürftigkeit an, mit Vakuum-Gefühl und Erwartungen an andere?

 


Warum Extrovertierte besonders gefährdet sind


Extrovertierte Menschen beziehen ihre Energie stark aus dem Außen:

  • Sie lieben Gespräche, Nähe, Austausch.

  • Sie fühlen sich lebendig, wenn etwas los ist.

  • Ihr Selbstbild ist oft eng mit Resonanz und Rückmeldung verknüpft.

Fehlt diese Resonanz, oder ist sie oberflächlich, entsteht schnell das Gefühl innerer Leere. Je mehr sie suchen, desto größer wird der Abstand zu sich selbst. Und genau da beginnt die Einsamkeit.

Introvertierte dagegen kennen die Stille. Sie haben meistens gelernt, mit sich selbst in Resonanz zu sein: durch Nachdenken, Kreativität, Sinnsuche. Darum erleben sie Alleinsein meist nicht als Verlust, sondern als Raum, um sich selbst zu spüren.

Klar, es gibt auch Introvertierte, die sich einsam fühlen. Ich will das nicht verallgemeinern, sondern Tendenzen aufzeigen.


 

Die wahre Wurzel der Einsamkeit


Die eigentliche Einsamkeit entsteht nicht, weil »niemand da« ist. Sondern weil man sich selbst verloren hat: zwischen Erwartungen, Rollen und Lautstärke.

Viele spüren zwar die Leere, verstehen aber nicht, woher sie kommt.

Sie fühlen sich abgekoppelt, obwohl sie funktionieren.

Das ist keine Schwäche, sondern ein Ruf:

Ein Ruf der Seele nach Stille, Tiefe und herzlicher Selbstbegegnung.


Hilfreiche Reflexionsfrage:

Was kann ich mir jetzt selbst geben, um mich wohler zu fühlen?


 

💫 Zeit für Sie: Selbstreflexion als Weg zurück


Ich glaube:

Auch Extrovertierte können lernen, diese innere Verbindung zu kultivieren.

Nicht, um plötzlich introvertiert zu werden, sondern um das Gleichgewicht wiederzufinden.

Selbstreflexion ist dabei kein Luxus, sondern Heilung.

Wenn Sie sich Zeit nehmen, in sich hineinzuhören, erkennen Sie, was Ihnen wirklich fehlt und was Sie nährt.

In meinen interaktiven Journalen begleite ich genau diesen Prozess:

Mit Fragen, Denkanstößen und kleinen Übungen, die helfen, das eigene Innenleben wieder zu spüren.

Gerade für Menschen, die viel im Außen leben, ist es zu Beginn vielleicht ungewohnt, kann aber unglaublich befreiend werden.


👉 Schauen Sie sich im Wortfeger Atelier um. Vielleicht ist eines meiner Journale Ihr nächster Schritt zurück zu sich selbst. Auch wenn ich sie teils als speziell für Introvertierte und Hochsensible bezeichne, sind diese Seelenfunken grundsätzlich für jeden wertvoll.

Denn echte Verbindung beginnt immer innen.


Sonnige Grüße

Tanja alias Wortfeger


Buchcover von "7 Tage Kreativ-Journal" Reflexionsbuch für Tiefe, Leichtigkeit und Entschleunigung - Wortfeger Atelier

Lernen Sie meine Art von interaktiven Journalen kostenlos & unverbindlich kennen mit meinem


7 Tage Kreativ-Journal

Reflexionsbuch für Tiefe, Leichtigkeit und Entschleunigung


Details finden Sie hier:


Ungezähmt! | Interaktives Schreibbuch mit 30 Reizwortaufgaben
€9.50
Jetzt kaufen
Schreiben Sie Ihre Lebensgeschichte | Anleitung + Reflexionsfragen
€21.45
Jetzt kaufen

bottom of page