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Schillerbrief

Eine literarische Kurzgeschichte zu einem limitierten Wandbild mit Buchkunst.


Junger Schriftsteller des 18. Jahrhunderts mit nachdenklichem Blick, vor antikem Buchauszug mit Brieftext – literarisches Wandbild »Schillerbrief« über Zweifel und Schreiben.
Schillerbrief: Ein Moment des Zweifels und der Kraft des Schreibens.


Ein junger Schriftsteller.

Ein Moment des Zweifelns.

Und ein Brief, der mehr ahnen lässt, als er erklärt.

»Schillerbrief« erzählt von der stillen Verzweiflung des Schreibenden. Und von der leisen Kraft, die bleibt, wenn Worte zu schwer und Schweigen zu laut werden.

Ein Wandbild für Menschen, die wissen, dass Zweifel kein Scheitern ist, sondern Teil des Denkens.

 

Wenn dieses Bild zu Ihnen spricht, flüstert es Ihnen vielleicht diese Geschichte:

 


Schillerbrief


Der junge Mann sitzt seit Stunden am schmalen Tisch.

Die Feder ruht zwischen seinen Fingern, als hätte sie beschlossen, heute nicht mehr zu gehorchen. Vor ihm das Papier – leer, vorwurfsvoll, unendlich geduldig.

Er hatte geglaubt, Worte könnten die Welt ordnen.

Nun spürt er nur noch ihr Gewicht.

Draußen rauscht die Zeit vorbei, laut und unbeirrbar. Drinnen jedoch herrscht eine andere Bewegung: jene des Zweifelns. Er fragt sich, ob seine Gedanken je von Bedeutung waren. Ob jemand diese Sätze vermissen würde, wenn er sie nie zu Ende führte. Ob es nicht vermessener Stolz sei, überhaupt schreiben zu wollen in einer Welt, die schon so voll ist von Stimmen.

Hinter ihm liegen Bücher. Briefe. Zeugnisse anderer, die gerungen haben. Er weiß das. Und doch fühlt sich sein Ringen einsam an. Als sei er der Einzige, der an dieser Schwelle steht: zwischen dem Wunsch zu sprechen und der Angst, nichts zu sagen zu haben.

Sein Blick hebt sich. Hoffnungslos vielleicht. Aber nicht leer.

Denn tief unter der Müdigkeit liegt etwas Unbeugsames: die leise Ahnung, dass Zweifel kein Zeichen von Unfähigkeit sind, sondern von Ernst.

Er erinnert sich an einen Satz, den er einst las, in einem alten Brief, vergilbt, beinahe vergessen. Sinngemäß hieß es: »Wer zweifelt, ist noch im Gespräch mit sich selbst.«

Und wer im Gespräch bleibt, ist nicht verloren.

Also taucht er die Feder erneut ein. Nicht, weil er plötzlich sicher ist. Sondern weil Schreiben nie aus Gewissheit entsteht, sondern aus Treue. Treue zu dem inneren Drängen, das bleibt, selbst wenn alles andere wankt.

Vielleicht wird sein Text niemanden retten.

Vielleicht nicht einmal ihn selbst.

Doch er wird geschrieben sein.

Und manchmal, so ahnt er, ist genau das genug.

 

Sonnige Grüße

Tanja alias Wortfeger



Dieses Wandbild ist Teil einer exklusiven Serie literarischer Wandkunst mit digitalisierten Textfragmenten aus historischen Wörterbüchern oder antiken Büchern. »Schillerbrief« ist in limitierter Auflage von 10 Exemplaren in meinem Wortfeger Atelier erhältlich.


Junger Schriftsteller des 18. Jahrhunderts mit nachdenklichem Blick, vor antikem Buchauszug mit Brieftext – literarisches Wandbild »Schillerbrief« über Zweifel und Schreiben.
Schillerbrief: limitiertes Wandbild mit Zertifikat & dieser Geschichte

Diese Geschichte können Sie auch als ruhige Lesung anhören.




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