top of page

Canis, der Dackelroboter

Manche Wesen tragen ihre Geschichte nicht im Herzen, sondern im Material. Dieser Dackel stammt aus einer Zeit, die wir noch nicht kennen, und bewahrt doch Worte aus dem Jahr 1790. Eine Geschichte über Treue, Erinnerung und darüber, was wir mitnehmen, wenn wir weitergehen.


Futuristischer Dackel als Roboter mit digitalisiertem Text aus einem lateinisch-deutschen Wörterbuch – literarisches Wandbild Canis
Limitiertes Wandbild mit lateinischer Buchkunst: Canis, der Dackelroboter

Wenn dieses Bild zu Ihnen spricht, flüstert es Ihnen vielleicht diese Geschichte:


Canis 1790

Er kam nicht mit Lärm aus der Zukunft.

Kein Donner, kein grelles Licht.

Nur ein leises Surren, wie das Umblättern einer sehr alten Seite.

Der Dackel stand da, futuristisch, fast wie ein kleiner Roboter, und trug Fragmente eines alten lateinischen Wörterbuchs aus dem Jahr 1790 mit sich in seiner Signatur. Klein, wie eh und je, doch sein Körper schimmerte aus feinen Metallelementen, weich gebürstet, fast freundlich. In seinem Inneren arbeiteten Zahnräder und Schaltkreise, aber seine Augen, die waren unverkennbar die eines wachen, cleveren Hundes. Mutig. Sanft. Unerschütterlich treu.

Der Hintergrund war grün.

Nicht das aggressive Grün der Neonzeit, sondern jenes gedämpfte Grün, das ich in alten Bibliotheken finde, wenn Licht durch staubige Fenster fällt. Ein Grün, das beruhigt, statt zu beeindrucken.

In seiner Signatur die Fragmente von altem Text.

Lateinische Buchstaben, digitalisiert, leicht verschoben, wie Gedanken aus einer anderen Epoche:

Canis. – Der Hund.

Ein treuer Begleiter des Menschen …

 

1790 gedruckt, als niemand an Roboter dachte.

Und doch war dieses Wort geblieben.

Der Dackel hieß nicht zufällig Canis.

Er trug diesen Namen wie ein Vermächtnis.

In seiner Zeit, weit voraus, wo Menschen mehr mit Systemen als mit Wesen sprachen, war er konstruiert worden, um zu bewahren: Erinnerung. Nähe. Bedeutung. Man hatte ihm kein Kampfprogramm gegeben, sondern Gedächtnisse. Alte Texte. Wörter, die nicht verloren gehen durften.

Er wusste, was ein Buch war.

Nicht nur als Datei, sondern als Gewicht. Als Geruch. Als Versprechen.

Und er wusste, was ein Dackel immer wusste:

Man geht nicht weg. Man bleibt.

So setzte er sich zu jenen, die müde waren vom Tempo der Welt. Zu Leserinnen und Lesern. Zu Menschen, die an Wände lieber Geschichten hängen als Statussymbole.

Er sagte nichts.

Er musste nicht.

Denn irgendwo zwischen antikem Wörterbuch und futuristischem Metall lag diese stille Wahrheit:

Fortschritt ist nicht, alles Alte zu ersetzen.

Fortschritt ist, das Wertvolle mit in die Zukunft zu nehmen.

Der Dackel aus der Zukunft sah mich an.

Und vielleicht erinnerte er mich daran, dass Treue, Worte und Bücher keine veralteten Konzepte sind, sondern zeitlos.

Wie Canis.


Sonnige Grüße

Tanja alias Wortfeger

 

 

Dieses Wandbild ist Teil einer exklusiven Serie literarischer Wandkunst mit digitalisierten Textfragmenten aus historischen Wörterbüchern oder antiken Büchern. Canis, der Dackelroboter, ist in limitierter Auflage von 10 Exemplaren in meinem Wortfeger Atelier erhältlich.


Canis, der Dackelroboter | Wandbild mit futuristischem Dackel & antikem Latei
€136.00
Jetzt kaufen

Diese Geschichte können Sie auch als ruhige Lesung anhören.



bottom of page