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Die Legende von Lepus: Der flauschige Schatten

Eine literarische, flauschig-gefährliche Kurzgeschichte zu einem limitierten Wandbild mit lateinischer, antiker Buchkunst.


Ein gemalter Hase, der frech und lustig dreinschaut, in seinem Mund spitzige Vampirzähne,weise Kurzeschichte zum Wandbild Wortfeger Atelier
Süß, aber bissig: Lepus, der Hasenvamp

Wenn dieses Wandbild zu Ihnen spricht, flüstert es Ihnen vielleicht diese Geschichte:



Kurzgeschichte hören:


Lust auf Hören statt Lesen? Diese Geschichte wird von meiner digitalen Vorleserin Dalia präsentiert.




Kurzgeschichte lesen:


Es heißt, man solle ein Buch niemals nach seinem Einband beurteilen – und einen Hasen niemals nach der Weichheit seiner Ohren.

In den staubigen Regalen einer vergessenen Bibliothek, direkt hinter dem verblichenen Eintrag im Latein-Wörterbuch unter »Lepus«, lebt eine Wahrheit, die so manchen Karottenbauern nachts wachhalten würde. Dort begegnet man ihm: dem Hasenvamp. Sein Fell ist so goldenweiß wie Frühlingssonne auf frisch gefallenem Schnee, und so weich, dass man am liebsten sein ganzes Gesicht darin vergraben möchte. Er strahlt eine Unschuld aus, die selbst Heilige neidisch machen würde.

Doch wer zu lange in dieses liebe Lächeln blickt, dem fällt etwas auf. Da ist ein Glitzern. Nicht das harmlose Funkeln von Morgentau, sondern das kalte Licht von zwei perfekt geschliffenen, spitzen Vampirzähnen.

 


Die Ironie des Seins


Lepus ist kein gewöhnliches Nagetier. Er ist der Beweis dafür, dass die Natur einen Sinn für schwarzen Humor hat. Während die Welt an Ostern nach bunten Eiern sucht und den klassischen, etwas tollpatschigen Osterhasen erwartet, sitzt Lepus im Schatten alter Eichen und wartet.

Er jagt keine Menschen. Nein, das wäre viel zu anstrengend und klebrig. Er jagt Erwartungen. Er saugt die Naivität aus denjenigen, die glauben, dass alles, was »süß« ist, auch »harmlos« sein muss. Süße Wesen darf man ausbeuten, instrumentalisieren, umherschubsen?

»Die gefährlichsten Raubtiere tragen oft die weichsten Kostüme.« Alte Bauernregel aus Transsilvanien (vielleicht).

 


Warum er lächelt


Warum strahlt er so lieb? Weil er zufrieden ist mit sich und der Welt. Er ist der ultimative Blender. Ist er etwa ein Narzisst? Nein, im Gegenteil. Dieser Lepus hat seinen Wert gelernt, und er weiß zu genau, was fremde Erwartungen aus ihm machen können. Jetzt kann er sich wehren, bissig. Er nutzt sein flauschiges Äußeres als Tarnung für seinen messerscharfen Verstand und seine noch schärferen Beißerchen. Er ist frech, er ist gefährlich, und er ist verdammt stolz darauf.

Wer dieses Bild an seiner Wand betrachtet, dem darf es eine Lehre sein:

Seien Sie wie Lepus. Seien Sie sanft in Ihrem Auftreten, aber haben Sie den Biss, wenn es darauf ankommt. Lassen Sie sich nicht unterschätzen, nur weil Sie ein freundliches Wesen haben. Sie sind kein Flauschball, den jeder boxen darf. Die Welt mag mehr flauschige, intelligente Vampire und weniger langweilige Nagetiere.

 


Ein kleiner Fakt am Rande:


Im Lateinischen steht Lepus für den Hasen, doch in dieser Geschichte steht er für die Weisheit, dass der wahre Charakter oft erst zum Vorschein kommt, wenn man das Maul aufmacht.

 

Sonnige Grüße

Tanja alias Wortfeger



Wandbild: Lepus, der Hasenvamp - ein bissiger, flauschiger Hase mit antikem Latein als Designelement - Wortfeger Atelier

Lepus, der Hasenrebell

Wandbild mit lateinischer Buchkunst


limitiert auf 10 Exemplaren


Details ansehen:


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