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Nein, wir müssen nicht malen, nicht singen … oder schreiben!

Was treibt uns an, kreativ zu sein? Was lässt uns verstummen? Oder wieder beginnen?


Blogartikel: Kreativität, Schreiben, Leidenschaft! Der Antrieb der Kreativen. Wortfeger Atelier
Warum sind wir kreativ? Warum nicht? Was treibt uns an? Diese Fragen stellen sich Kunstschaffende oft.

Wenn Kunst plötzlich still wird


Eines Tages saß ich einem Künstler gegenüber.

In seinem Atelier.

Zwischen stapelweisen Bildern – seinen Bildern.

Er sah sich um und sagte leise, resigniert:


»Ich male kaum noch. Und vieles werfe ich weg.

Wozu soll ich malen? So viele malen!«


Ich folgte seinem Blick. Unzählige Werke standen da: unbeachtet, stumm, voller Ausdruckskraft.

Eine nächste Ausstellung? Nicht geplant.

Der Traum vom großen Erfolg, vom Leben von der Kunst, sei ausgeträumt, sagte er.

Seine Worte trafen mich tief. Und doch – sie waren nicht falsch.

So viele malen. So viele singen. So viele schreiben.

Und wie wenige können wirklich davon leben?

 


Wenn Leidenschaft und Schmerz dieselbe Sprache sprechen


Kunst entsteht nicht aus Berechnung, sondern aus Leidenschaft, Sehnsucht, Schmerz und Hingabe.

Manchmal aus Freude, oft aus innerem Druck.

Ich kenne das.

Das Schreiben schmerzt – aber das Nichtschreiben tut noch mehr weh.

Ich schreibe, weil ich nicht anders kann.

Nicht, weil ich mir Erfolg davon erwarte.

Nicht, weil ich weiß, dass es jemand liest.

Sondern, weil es mich ruft.

Wenn ich schreibe, schreibt es mich.

Dann bin ich den Worten ausgeliefert – und zugleich ganz bei mir.

Das Schreiben ist kein Hobby. Es ist ein innerer Zustand.

Eine Art, die Welt zu atmen.

 


Der feine Unterschied zwischen Erfolg und Erfüllung


Natürlich ist es schön, wenn andere lesen, was wir erschaffen.

Wenn unsere Worte, Lieder oder Bilder berühren.

Aber der wahre Wert liegt nicht im Applaus, sondern darin, sich selbst durch das Schaffen zu begegnen.

Manche nennen es Berufung.

Ich nenne es Lebensnotwendigkeit.

Denn: Wenn ich aufhören würde zu schreiben, verschwindet dann die Leidenschaft?

Oder der Schmerz, der sie nährt?

Wäre ich dann frei?

Oder einfach leer?

Ich ahne es, in mir taucht bereits ein Ziehen auf.

Also folge ich dem Drang und schreibe.

Und ich habe keine andere Wahl.

 


Selbstreflexion: Wenn Kreativität zum Spiegel wird


Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl: den Drang, etwas auszudrücken, ohne zu wissen, für wen. Das tiefe Bedürfnis, zu erschaffen, auch wenn niemand hinsieht.

Kreativität ist kein Wettbewerb.

Sie ist eine Form von Bewusstsein.

Ein leiser Dialog mit sich selbst.

Ich liebe diesen Dialog.


Fragen Sie sich:

  • Was möchte sich durch mich zeigen?

  • Wann habe ich zuletzt etwas getan, nur um des Tuns willen?

  • Wann habe ich mir erlaubt, nicht produktiv, sondern einfach verbunden zu sein?


In diesen Fragen liegt der Kern jeder schöpferischen Kraft.

 


Fazit: Wir müssen nichts, aber wir dürfen


Nein, wir müssen nicht malen, nicht singen, nicht schreiben.

Aber wir dürfen.

Wir dürfen fühlen, ausdrücken, verwerfen, neu beginnen.

Wir dürfen unsere Kunst leben, auch wenn niemand sie sieht.

Denn manchmal genügt es, wenn ein winziger Funke überspringt, der berührt. Oder ein einziger Mensch das eigene Werk versteht.

Und manchmal genügt es, wenn wir selbst es tun.


Sonnige Grüße

Tanja alias Wortfeger


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