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Livia – Aquae Helveticae

No. 4 – Eine römische Frau in der Stille des Bades: Eine literarische Kurzgeschichte über zwischenmenschliche Kälte und die Reise nach innen, passend zu limitierten Wandbildern der Serie »Schweizergeschichte«.


Eine Frau steht umhüllt von einem Leinentuch in einem antiken römischen Bad, das Gesicht der Sonne zugewendet, ihr Blick geht nach innen. Die Römerfrauen in Helvetien, Kurzgeschichte zu limitiertem Wandbild.
Was bewegte die römischen Frauen, wenn sie das römische Bad für sich hatten?

Inspiriert von Meinrad Lienerts »Erzählungen aus der Schweizergeschichte« ist diese kurze Erzählung Teil meiner Serie »Schweizergeschichten«. Meinrads Werk dient mir als kreativer Kompass für meine Wandbilder und eigenen Erzählungen.

 


Kurzgeschichte hören


Lust auf Hören statt Lesen? Diese Geschichte wird von meiner digitalen Vorleserin Dalia präsentiert.


»Die Römer in Helvetien« von Meinrad Lienert als ruhige Lesung hören:

Dieser Originaltext aus »Erzählungen aus der Schweizer Geschichte« (in antiker Buchform) war meine Inspiration für die Wandbilder und meine eigene Geschichte.





Meine Neuinterpretation der Schweizer Geschichte


Eine weibliche Stimme aus dem Schatten der Geschichtsschreibung:




Kurzgeschichte lesen


Der Nebel über der Limmat war noch nicht ganz gewichen, als die ersten Sonnenstrahlen die sandsteinfarbenen Mauern der Thermen von Aquae Helveticae berührten. Es war die Stunde der Frauen. Eine Zeit der gedämpften Stimmen und des plätschernden Wassers, weit weg vom Klirren der Rüstungen und dem barschen Gebell der Kommandostrukturen, die das Leben jenseits dieser Mauern bestimmten.

Livia stand am Rand des Wasserbeckens. Sie hatte den schweren Mantel abgelegt, der sie wie eine Rüstung gegen die Welt schützte. Nun, nur in ein leichtes Leinentuch gehüllt, hob sie das Gesicht. Durch den Freiluftinnenhof fiel das Licht in schrägen, staubigen Bahnen ein. Sie schloss die Augen und bot der Wärme ihre Haut an.


Die Last der Legion

In der Stille des Morgens formten sich ihre Gedanken so klar wie die Wassertropfen, die am Rande des Beckens perlten. Zu Hause, in der herrschaftlichen Villa, herrschte nicht das Licht, sondern der Schatten von Marcus. Er trug den Purpurstreifen seiner Stellung nicht nur auf der Tunika, er hatte ihn sich in die Seele tätowiert. Für ihn war das Leben ein Feldzug, das Heim ein besetztes Territorium und Livia, so fürchtete sie oft, lediglich eine strategische Ressource.

Sein Wort war ein Befehl, sein Schweigen eine Drohung. Er verwechselte Autorität mit Stärke und Gehorsam mit Liebe. Wenn er den Raum betrat, schien die Luft dünner zu werden, als beanspruche er den Sauerstoff für seine eigenen, gewichtigen Reden allein.


Das Flüstern der Quellen

Livia trat einen Schritt vor, bis ihre Zehen das warme Wasser berührten. Sie reflektierte über die Natur der Macht. Marcus glaubte, er sei der Fels, an dem sich alles brach. Doch hier, in den heiligen Wassern der helvetischen Quellen, sah sie eine andere Wahrheit.

»Das Wasser ist weich«, flüsterte sie kaum hörbar, »und doch höhlt es den Stein. Es passt sich an, es weicht zurück, und am Ende ist es das Wasser, das bleibt, während der Stein zu Sand zermahlen wird.«

Sie verstand in diesem Moment des Friedens etwas Wesentliches: Seine Härte war kein Zeichen von Fülle, sondern von Mangel. Er musste herrschen, weil er sich selbst nicht beherrschte. Er musste laut sein, weil er die Stille fürchtete.


Ein stiller Entschluss

Livia glitt ins Wasser. Die wohlige Hitze umschloss sie wie eine Umarmung, die sie zu Hause nie empfing. Sie tauchte unter, bis die Welt da draußen nur noch ein dumpfes Grollen war.

Als sie wieder auftauchte, war ihr Blick verändert. Die Sonne stand nun höher und verwandelte das Becken in flüssiges Gold. Sie würde Marcus nicht bekämpfen. Man bekämpft einen Sturm nicht mit Fäusten. Wie das Wasser würde sie sein. Ja, sie würde seine Härte durchfließen, seine Kanten umspülen und sich ihren eigenen Raum suchen, tief unter der Oberfläche, wo seine Befehle nicht hinfanden.

Sie wusste nun, dass ihre Sanftheit nicht ihre Schwäche war, sondern ihre Freiheit. Wer nichts erzwingen muss, hat bereits gesiegt.

Als sie das Bad verließ, um sich für die Rückkehr in die Villa anzukleiden, trug sie ein feines Lächeln auf den Lippen. Es war das Lächeln einer Frau, die in der Tiefe der Thermen einen Schatz gefunden hatte, den kein Legat ihr je rauben konnte: die unerschütterliche Ruhe ihrer eigenen Mitte.

 

Sonnige Grüße

Tanja alias Wortfeger


Diese Wandbilder mit antiker Buchkunst gehören zu Meinrad Lienerts und meiner Erzählung:



Bild ist ein Mockup, das das Printable zeigt mit dem Spruch über die Sanftheit und ihre Freiheit, mit einer zarten Feder in sanftem Licht, als Download-Set zum Download im Wortfeger Atelier

Sanftheit als Freiheit

Printable für Wandbilder, Schreibkarten & Tablet-Wallpaper


Livias Erkenntnis für Ihr Zuhause mitnehmen. Sofort Download mit 4 Dateien.



Mockup des limitierten Wandbildes, eine Frau umhüllt in einem Leinentuch steht in der Sonne, die über den Innenhof auf eine römische Badeanstalt scheint, passend zur literarischen Wandbildgeschichte aus dem alten Helvetien im Wortfeger Atelier

Livia – Aquae Helveticae

limitiertes Wandbild mit Buchkunst von Meinrad Lienert.


Livias Geschichte in Ihrem Zuhause!

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