1. August: 5 Jahre fern der Schweizerheimat
- Tanja Alexa Holzer

- vor 13 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Wie feiere ich als ausgewanderte Schweizerin den Nationalfeiertag auf der kanarischen Vulkaninsel?

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Im Juli 2021 habe ich mit 46 Jahren meine Koffer gepackt. Vollkommen alleine. Mein Ziel: Lanzarote. Ich habe der Schweiz damals nicht den Rücken gekehrt, weil mir etwas fehlte. Na gut, außer vielleicht ein paar hundert Sonnentage mehr und die ganzjährige Wärme. Ich bin alleine ausgewandert, weil ich bewusst weniger wollte. Die raue, minimalistische Landschaft der Vulkaninsel, der entschleunigte Rhythmus des Lebens und ja, mittlerweile sogar das berüchtigte »Mañana, mañana«. All das gab mir den Raum, den ich suchte. Ich lebe hier heute mein eigenes Tempo.
Jetzt, fünf Jahre später, steht wiederum ein 1. August vor mir, der Schweizer Nationalfeiertag 2026. Und ich spüre, wie sehr sich mein Begriff von »Heimat« in dieser Zeit der Soloschaft in der Ferne verändert hat.
Das Privileg in der Post
Die Schweiz ist und bleibt meine Heimat. Dort liegen meine Wurzeln, meine Prägungen und meine wichtigsten Lebenslektionen. Wie tief diese Verbindung sitzt, merke ich, wenn meine Post aus der Schweiz im Briefkasten liegt: Ich lasse es mir nicht nehmen, meine Abstimmungs- und Wahlunterlagen ausnahmslos jedes Mal auszufüllen. Für mich ist das kein bürokratischer Akt, sondern eine Ehre. Ich erkenne das fulminante Privileg, in einem Land mit diesem politischen System geboren worden zu sein. Das ist ein Fundament, das mich mein Leben lang begleiten wird. Gleichgültig, wo auf der Welt ich mein Bett aufstelle, und mein Buch aufschlage.
Vom Schweizerkreuz im Wind zur Ruhe im Herzen
Wie feiere ich den 1. August? Alleinlebend auf einer spanischen Insel?
In den ersten zwei Jahren kleidete ich diesen Feiertag beinahe ins klassische Gewand: Ich hisste die Schweizer Flagge, installierte das Fondue- oder Raclette-Gerät auf der Terrasse (ja, ich habe tatsächlich beides!) und feierte bei Käse und Weißwein. Diese Menüs gehören in der Schweiz zwar traditionell in die kalten Monate, doch für mich symbolisieren sie untrennbar meine alte Heimat.
Heute ist es ruhiger geworden. Flagge und Fondue-Topf bleiben im Schrank.
Meine Schweizer Heimat ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich vom Außen in mein Herz gewandert. Sie ruft nach keiner lauten Party mehr, nicht nach großen Symbolen. Mein 1. August ist zu einem Tag der stillen Dankbarkeit geworden. Ich bin dankbar für die Werte, die ich von dort mitgebracht habe, und für die Sicherheit, die meine Wurzeln mir schenken. Heimat ist kein geografischer Ort mehr, sondern ein tiefes, erdendes Gefühl.
Geschichten, die bleiben: Die Schweiz in meinem Atelier
Diese tiefen Wurzeln und die Verbundenheit zur Tradition spiegeln sich auch in meinem Atelier wider. Etwa in den limitierten Wandbildern mit Schweizerherz und digitalisierten, antiken Buchseiten aus der Geschichte der alten Eidgenossenschaft. Oder die Kuhdesigns »Emma« und »Lilli« mit neutraler Ausstrahlung. Tatsächlich ist mir auch der trockene Schweizer Humor auf die Insel gefolgt.
Seit Januar erzähle ich außerdem Meinrad Lienerts »Erzählungen aus der Schweizer Geschichte«, vertone sie als Lesungen und erzähle meine eigene Version aus der Frauenperspektive. Selbstverständlich gibt es zu jeder Leserunde passende Wanddesigns mit Buchkunst aus Lienerts antikem Erzählwerk. Hier finden Sie eine Übersicht aller bereits erschienenen Designs der Schweizerserie:
In den vergangenen fünf Jahren spürte ich umso mehr:
Heimat muss ich nicht festhalten. Ich trage sie in mir.
Wo immer Sie Ihren 1. August verbringen, ob bei einem mächtigen Höhenfeuer in den Bergen oder mit einem stillen Moment der Dankbarkeit: Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Nationalfeiertag.
Sonnige Grüße
Tanja alias Wortfeger
Den Schweizer Nationalfeiertag und die Heimatliebe für Ihre Wand:
Mit Textelementen aus antikem Geschichtsbuch der Eidgenossenschaft





